Äskulap - Stab
Ob das wahr ist?
Beliebt bei Kindern sind die Dorfrallyes: Auf Fragebögen sind verschiedenste Anlaufstellen vermerkt, bei denen Prüfungen abzulegen oder Erkundigungen einzuholen sind. Immer wieder gerne nachgefragt ist die Schlange in unserem roten Apotheken - "A". Das Symbol der deutschen Apotheken ist das gotische A mit einem Giftkelch, den eine Äskulapnatter umschlingt - so soll die "Heilkunde" dargestellt werden. Dieses Symbol hat es bereits in der Antike gegeben. Allerdings meinen Experten heute, dass keine Schlange, sondern der "Medina - Wurm" abgebildet sein soll. Das hätte auch mehr Sinn als eine ungiftige Natter zu zeigen, die ihre Beute durch Umschlingen tötet und sie dann verspeist:
Asklepios, bei den Römern Äskulap genannt, war der griechische Gott der Heilkunde. Er wurde in der Antike mit einem Stab dargestellt, der - so die neusten Forschungen - von einem langen Wurm umwickelt ist. Tatsächlich hat es zu damaliger Zeit eine fürchterliche Wurmkrankheit gegeben, die Asklepios zum Wohl der Menschen behandelt hat: Der Medina - Wurm, der auch heute noch in tropischen Gebieten gefunden wird, schmarotzt im Bindegewebe von Wirbeltieren. Er bildet taubeneigroße aufbrechende Geschwüre. Das Weibchen kann sich aus der Haut hervorschieben, um Jungwürmer abzulegen. Danach zieht sich der bis zu 1,2 Meter (!) lange Wurm wieder in das Gewebe zurück.
Äskulap soll nun Menschen, die von dem Wurm befallen waren, auf seine spezielle Weise geheilt haben: Er hat den Wurm mit Wasser aus dem Geschwür gelockt, sein Ende mit einem geschlitzten Holzstäbchen erfasst und ihn langsam durch Aufwickeln herausgezogen - ein Prozess, der Wochen andauern konnte, denn ein Abreißen hatte schwerwiegende Folgen. Der mit dem Wurm befallene Mensch lief also wochenlang mit dem teilweise auf einem Stäbchen gewickelten Wurm herum! Man vermutet, dass dieses Bild so einprägsam war, dass man es als Symbol der Heilkunde erklärte.
Mein Kommentar:
Welch ein Segen, dass es heutzutage hochwirksame Arzneimittel gibt...
von Dr. Jürgen Wrede
