Erkältung oder Grippe?
Erkältungsbeschwerden sollten sich
nach etwa fünf Tagen bessern.
Sonst
ist es Zeit für einen Arztbesuch.
Ihr Apotheker
Michael Resch
Erkältung im Anflug
Selbst behandeln oder gleich zum Arzt?
Die Nase läuft, der Hals kratzt. Da fragen sich viele: Harmlose Erkältung oder ernsthafte Grippe?
So erkennen Sie den Unterschied.
Jetzt im Winter haben uns die Viren
wieder fest im Griff. Nur den wenigsten
Menschen gelingt es, vollkommen ohne
Schnupfen und Husten durch die kalte
Jahreszeit zu kommen. Etwa zwei- bis
dreimal erwischt es Erwachsene pro Jahr,
Kinder meist noch wesentlich häufi ger.
Doch woran können wir zuverlässig und
rechtzeitig erkennen, ob es sich „nur“ um
eine harmlose Erkältung handelt oder ob
eine echte Grippe im Anmarsch ist? Ganz
einfach: Die Beschwerden selbst geben
Aufschluss über die Art der Infektion.
Eine Erkältung, die auch als grippaler
Infekt bezeichnet wird, beginnt meist
schleichend – häufi g mit Kratzen im
Hals. In den folgenden Tagen kommen
dann weitere Beschwerden wie eine
laufende oder verstopfte Nase, Husten
und Kopfschmerzen hinzu. Hohes Fieber
ist jedoch sehr selten.
Grippe kommt wie angeflogen
Ganz anders bei der echten Grippe,
die in der medizinischen Fachsprache
Influenza heißt: Sie kommt meist förmlich
angeflogen. Spontan setzen dabei
heftige Krankheitssymptome wie extreme
Abgeschlagenheit, starke Kopf- und Gliederschmerzen
und oft auch hohes Fieber
und Schüttelfrost ein. Ganz klar: Wer von
einer echten Grippe heimgesucht wird,
muss umgehend den Arzt aufsuchen
und das Bett hüten.
Die ärztliche Behandlung der Influenza
besteht in erster Linie darin, die
Beschwerden zu lindern. Bei Risikopatienten
werden auch so genannte Neuraminidase-
Hemmer eingesetzt. Diese
verschreibungspfl ichtigen Medikamente
blockieren das Enzym Neuraminidase,
das bei der Vermehrung des Grippevirus
eine wichtige Rolle spielt. Durch eine
rechtzeitig einsetzende Behandlung
kann die Erkrankung milder und kürzer
verlaufen.
Während die Grippe grundsätzlich ein Fall für den Arzt ist, kann die einfache, komplikationslose Erkältung oft gut in Eigenregie auskuriert werden. Ausnahmen bilden chronisch Kranke und immungeschwächte Menschen sowie jüngere Kinder, die auch mit einer scheinbar harmlosen Infektion in die Hände des Arztes gehören.
Erkältung selbst im Griff
Grundsätzlich gilt: Wer von Schnupfen,
Halsweh und Husten geplagt wird, sollte
sich unbedingt Ruhe gönnen, viel trinken
und für feuchte Luft sorgen (z.B. nasse
Tücher aufhängen). Dampfinhalationen
mit in Wasser gelöstem Kochsalz oder
Eukalyptusöl lassen die Nasenschleimhäute
abschwellen und erleichtern so
das Atmen. Wenn die Nase komplett
verstopft ist, ist der kurzzeitige Einsatz
von Nasensprays mit abschwellenden
Wirkstoffen sinnvoll. Sie sorgen für viele
Stunden dafür, dass Schnupfennasen
wieder durchatmen können. Außerdem
kann ihr rechtzeitiger Einsatz verhindern,
dass die Infektion auf die Nasennebenhöhlen übergreift.
Auch das Einreiben von Brust und Rücken
mit Erkältungsbalsam ist empfehlenswert.
Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken schleim- und krampflösend.
Lutschbonbons regen die Produktion
von Speichel an und halten so den
Rachen feucht. Gegen quälenden Erkältungshusten
gibt es ebenfalls zahlreiche
Medikamente für die Selbstbehandlung,
viele davon auf rein pfl anzlicher Basis.
Am besten sollten sich Erkältete in ihrer
Apotheke beraten lassen.
