Gurgeln
Gurgeln und/oder lutschen...
Erkältungszeit – da bahnt sich was an: Oft haben wir es im Gespür, wenn draußen das Wetter naßkalt und scheußlich ist, wenn kalte Füße, Frösteln und Kopfweh uns plagen, wenn wir uns griesgrämig und unlustig durch den Tag wuseln. Das allererste deutliche Zeichen gibt uns aber meistens der Hals, besser der Rachenraum: Dort spüren wir Rauheit, ein Kratzen, auch Schluckbeschwerden und manchmal schon Schmerzen. Diese Vorboten auf eine mögliche Erkältung sollten umgehend behandelt werden, mit Mitteln, die Sie noch in Ihrer Hausapotheke finden oder die Sie schnellstens in der Apotheke besorgen. Denn die Verursacher solcher Krankheitssymptome sind verschiedene Bakterien- und Virensorten, die sich schnell ausbreiten und eine größere Infektion herbeiführen können.
Es gibt als erstes die Möglichkeit, durch Gurgeln mit Kamille oder Salbei eine Entzündungshemmung zu erzielen. Zusätzlich nimmt man auch Thymian und Myrrhe (in fertigen Tropffläschen erhältlich). Diese wirksame Methode kannten schon unsere
Großeltern. Gurgeln mit Salzlösung war früher ebenfalls in Mode. Moderne Arzneistoffe sind Hexetidin und Chlorhexidin. Beides ist „Chemie“, seit Jahren bestens bewährt und als fertige Gurgellösung hochwirksam gegen zahlreiche Bakterienarten und Pilze. Man gibt auch zusätzlich noch „oberflächenaktive“ Substanzen, die Krankheitserreger und Beläge von der Schleimhaut ablösen. Diese Wirkstoffe kann man besser in Form einer Lutschtablette anwenden, wodurch auch noch der Speichelfluß angeregt und die Wirksamkeit dadurch gesteigert wird.
Bei stärkeren Schmerzen im Rachenbereich empfiehlt sich ein Mittel, das zusätzlich ein „Lokalanästhetikum“ enthält, eine chemische Substanz, die man auch als „Betäubungsmittel“ bezeichnet. Schmerzen werden wirksam gelindert - wir kennen das „taube Gefühl“ im Mund – jedoch wird die Ursache der Beschwerden nicht beseitigt. Daher sollten diese Mittel nur kurzfristig angewandt werden, damit mögliche Warnsymptome bei einer Verschlimmerung der Krankheit nicht überdeckt werden. In einigen Lutschpräparaten ist auch noch der Wirkstoff „Tyrothricin“ enthalten, ein Antibiotikum, das nur auf der Mundschleimhaut selbst wirkt und nicht vom Körper aufgenommen wird.
Übrigens: Der Begriff „Anti-biotikum“ bedeutet soviel wie „gegen das Leben“. Bakterien und Viren gehören seit Urbeginn zwar wie selbstverständlich zum Leben des Menschen, normalerweise nämlich in einem ausgewogenen, gesunden Gleichgewicht. Aber bei einer deutlichen Überzahl von Krankmachern z.B. in Ihrem Rachenraum sollten Sie schon mal „anti“ sein, und zwar möglichst schnell: sozusagen als „Sponti“...
von Dr. Jürgen Wrede
