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Hausapotheke - na klar...


Sie kennen Ihren Hausarzt? Viele von Ihnen bestimmt schon seit Jahren, manche Familien haben "ihren" Hausarzt schon seit Jahrzehnten. Ein Vertrauensverhältnis ist gewachsen, man spürt Geborgenheit und Offenheit, alles kann man besprechen. Warum nun plötzlich so viel Aufsehens um "Hausarztmodelle" und - angeblich ganz neu - den "Hausapotheker"?

Einige Krankenkassen (Betriebskrankenkassen und die Barmer) forcieren gegenwärtig ein neues Behandlungsprinzip, das von gesundheitspolitischer Seite unterstützt wird: Die Integrierte Versorgung, in der Hausarzt und Hausapotheker eingebunden sind. Das Ganze hat offiziell jetzt im März begonnen und soll etwa so ablaufen:

Der Versicherte trägt sich verbindlich bei dem Arzt seiner Wahl ein, bei seinem Hausarzt. Dieser muss vertraglicher Teilnehmer an dem Modell der Integrierten Versorgung sein. Jeglicher Arztbesuch führt dann den Patienten immer zuerst zu seinem Hausarzt. Dieser führt die Behandlung durch bzw. steuert die Weiterbehandlung beispielsweise durch Überweisung zum Facharzt oder in das Krankenhaus.

Für die Arzneimitteltherapie entscheidet sich der Patient für seine Hausapotheke, mit der er ebenfalls einen Vertrag schließt. Beim Hausarzt laufen alle Gesundheitsdaten zusammen, auch die nach Facharztbesuchen. Die Versorgung mit Medikamenten - auch denen "fremder" Rezepte - übernimmt die Hausapotheke.

Die Vorteile liegen zunächst auf der Hand: Doppeluntersuchungen und Doppelverordnungen werden vermieden, mögliche Wechselwirkungen verschiedener Präparate werden aufgezeigt und mit dem Patienten besprochen, Allergieprobleme und Unverträglichkeiten werden signalisiert, kurz: Der Patient kann sicher sein, eine rundum schlüssige, aufeinander abgestimmte Therapie durchzuführen.

Dies erfordert aber eine offene und vertrauensvolle Mitarbeit, denn jegliche Einnahme von Arzneimitteln, auch der nicht verschreibungspflichtigen, ist in der Patientenakte zu vermerken. Diese bildet die Grundlage des ganzen Modells, sie steht auf Nachfrage dem Hausarzt zur Optimierung der Therapie zur Verfügung.

Die Krankenkassen werben für diese Neuerung, es ist aber noch viel Experimentelles dabei. Vorteile? Nachteile? Gläserner Patient? Es gibt noch Vieles zu bedenken, dennoch: Wer möchte - denn alles ist freiwillig - kann gerne an der Integrierten Versorgung teilnehmen, wenn er die Vertragspartner dazu findet.

Fragen Sie bei uns in der Apotheke nach, wir sind gerüstet und haben die gesetzlichen Voraussetzungen für Sie als Hausapotheker geschaffen. Nur - waren wir nicht schon immer Ihre "Hausapotheke", ganz ohne Vertrag mit dem Vertrauen echter Gegenseitigkeit? So soll es bleiben, nach altem oder neuen "Modell"...