Jodversorgung in Deutschland
Jod kommt als zentrales Spurenelement in den Schilddrüsenhormonen vor. Wichtigste Jodquellen sind roher Seefisch, Milch und mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel. Trinkwasser enthält im Durchschnitt ca. 4 µg Jod/ l. Im Gegensatz dazu beträgt die empfohlene Ioszufuhr pro Tag bei Erwachsenen (51 Jahre und älter) 180 µg, bei Schwangeren 230 µg und bei Stillenden sogar 260 µg. Nachdem die Verwendung von jodiertem Speisesalz z. B. in Bäckereien oder bei der Wurst- und Fleischherstellung erlaubt wurde, ist es gelungen, eine einigermaßen gesicherte Jodversorgung zu erreichen. Durch diese Maßnahmen haben unter anderem Kinder und Jugendliche in vielen Regionen keine vergrößerte Schilddrüse mehr und somit ein stark verringertes Risiko, einen Kropf oder Knoten zu bekommen. Allerdings gibt es nach wie vor Risikogruppen, bei denen eine ausreichende Versorgung nicht immer gegeben ist, so z. B. bei Personen, die natürliches Meersalz im Haushalt verwenden, da dessen Jodgehalt sehr gring ist. Aber auch Veganer, Personen mit Lactoseintolleranz oder einer Milchallergie sowie Schwangere und Stillende können Probleme mit der Jodzufuhr bekommen. Auch bei Rauchern kann eine unzureichende Jodversorgung auftreten, weil der Tabakrauch Substanzen enthält, die im Vergleich zu Jod viel besser in den Schilddrüsehormonen gespeichert werden, dieses also regelrecht verdrängen.
Gegen eine Überschwemmung mit Jod hat die Schilddrüse auf der anderen Seite einen ziemlich effektiven Mechanismus entwickelt, indem das Jod bei einem Überangebot mit dem Urin ausgeschieden wird. Nur bei Kleinkindern ist dieser Effekt noch nicht vorhanden, so dass die Schilddrüse in diesen Fällen ziemlich empfindlich auf ein Überangebot aber auch auf einen Jodmangel reagiert. Auch bei Personen mit einer „vorgeschädigten“ Schilddrüse ist Vorsicht geboten. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können unter anderem Müdigkeit, struppiges Haar, Trägheit und Kälteempfinlichkeit auftreten, bei einer Überfunktion Gewichtsabnahme, Heißhunger und Nervosität.
Sollten Sie diese Symptome bei sich feststellen, ist ein Arztbesuch sehr zu empfehlen.
von Hendrik Müller
