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Lärmbelästigung


Unterlüß ist nah

Die Westwinde in den letzten Wochen haben wieder dazu beigetragen, daß die Knallgeräusche vom Schießplatz Rheinmetall deutlicher als sonst bis zu uns nach Suderburg dringen konnten. "Man kann sich schnell daran gewöhnen" - Einwohner aus Dreilingen oder Wichtenbeck müssen die Lärmbelästigung zwangsläufig gelassen hinnehmen, und tatsächlich werden Geräusche ganz nach persönlicher Neigung empfunden: als "angenehm" - "erträglich" - "störend" - "erschreckend". Objektiv messen kann man mit elektronischen Geräten die Lautstärke (in Dezibel = dB) und die Tonhöhe (in Hertz = Hz), doch beide Meßwerte geben nur schlecht unser persönliches Hörerlebnis wieder.

Junge Menschen empfinden bei aufgesetztem Walkman oder in Discotheken die enorme Lautstärke von bis zu 110 dB als schön, würden aber direkt neben einer Kreissäge oder in einem Meter Entfernung zum Preßlufhammer - auch 110 dB - über den starken Lärm schimpfen. Für die Arbeitswelt gibt es konkrete Vorschriften zur Lärmeingrenzung (z.B. Ohrschützer), im Freizeitbereich ist jeder für sich selbst verantwortlich, mit fatalen Folgen: Kürzlich förderte eine Studie an 1800 Männern zwischen 16 und 24 Jahren zutage, daß jeder vierte junge Mann bleibende Gehörschäden hatte! Das kann eine spätere Schwerhörigkeit bedeuten, aber auch Krankheiten wie Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck sowie Herzbeschwerden zur Folge haben. Schlimm ist vor allem, wenn die Lärmbelastung hoch und gleichzeitig von langer Dauer ist.

Wir auf dem flachen Lande haben natürlich den großen Vorteil, den ständigen Geräuschpegel eines Großstadtverkehrs nicht ertragen zu müssen. Dennoch kommt es auch bei uns hin und wieder zu Belastungen, die eigentlich nicht sein müßten (Türenknallen...). Jeder von uns sollte sich ständig fragen, wie er mit Geräuschen umgeht - ob er einerseits zur Lärmbelästigung beiträgt und wie er andererseits selbst auf starken oder ständigen Lärm reagiert.

Schützen vor belastenden Geräuschen kann man sich selbstverständlich: man kann die Betten in das ruhigste Zimmer des Hauses umstellen, Schallschutzfenster und Dämmungen installieren oder manchmal einfach weggehen oder "weghören", sich also angenehm ablenken lassen. Zur Not machts auch ein Ohrenstöpsel.

Weniger Krach und ausgedehnte Ruhephasen sind die richtige Mischung für Ohren und Psyche...

von Dr. Jürgen Wrede