Milchzähne brauchen Pflege
Kinder müssen lernen, wie wichtig Zahnpflege ist.
Das richtige „Werkzeug“
bekommen Sie in der Apotheke.
Ihr Apotheker
Michael Resch
Kleine Löcher, große Sorgen Milchzähne brauchen Pflege
Karies im Kindergartenalter? Das muss nicht sein: Vorbeugen können Eltern, die schon den ersten Zähnchen ihres Kindes viel Aufmerksamkeit schenken.
Weit verbreitet ist nach wie vor der Irrglaube,
Milchzähne müssten nicht so intensiv
gepflegt werden wie die bleibenden
Zähne, da sie ja ohnehin ausfallen.
Und so kommen manche Kinderzähnchen
nur selten mit einer Bürste in Berührung.
Nuckelt der Sprössling dann
auch noch fleißig an der Trinkflasche,
ist Milchzahn-Karies beinahe gewiss.
Problematisch, denn gesunde Milchzähne
sind für die Entwicklung des
Kindes von besonderer Bedeutung. So
sind die ersten Zähne wichtige Platzhalter
für die nachrückende „zweite Garnitur”.
Fällt einer durch Karies vorzeitig
aus, machen sich die Nachbarzähne in
der entstandenen Lücke breit. Der später
durchbrechende bleibende Zahn
findet nicht mehr genügend Platz vor
und wächst dann schief in die Zahnreihe
ein. Darüber hinaus leiden Kinder,
die schon sehr früh Milchzähne verlieren,
häufig unter Sprachproblemen.
Und damit nicht genug: Sind schon
die Milchzähne geschädigt, kann sich
die Karies in den Nerv vorarbeiten und
von dort die nachwachsenden Zähne
angreifen. Wichtig also: Schon mit dem
Kleinkind regelmäßige Besuche beim
Zahnarzt einplanen.
Pflege für die allerersten Zähne
Damit die Milchzähne gesund bleiben,
ist systematische Zahnpflege das A
und O. Mit dem täglichen „Großputz“
sollten Eltern beginnen, sobald das erste
Zähnchen durch den Kiefer gebrochen
ist. Da Milchzähne einen weicheren,
noch nicht vollständig ausgereiften
Zahnschmelz haben, müssen sie durch
sorgfältige Zahnpflege besonders gut
vor Kariesbakterien geschützt werden.
Für die Reinigung brauchen Eltern zunächst eine spezielle Babyzahnbürste, später kommt dann eine fluoridhaltige
Kinderzahncreme auf
den Bürstenkopf. Der Mineralstoff
Fluorid ist wichtig, um den
Zahnschmelz zu härten und die
empfindlichen Milchzähne so
vor Säureangriffen zu schützen.
Zahnpasta für Kinder bis zum
Schulalter enthält jedoch weit
weniger Fluorid als die der Großen.
Welche Produkte geeignet
sind, wissen Zahnarzt und Apotheker.
"Schon die Jüngsten
sollten das richtige
Zähneputzen
trainieren.
Lernzahnbürsten
erleichtern die
Arbeit."
Zweimal täglich trainieren
Ab dem Alter von etwa zwei
Jahren können Kinder den
Umgang mit Zahnbürste und
-creme selbst lernen. Der Nachwuchs
sollte eine eigene Lernzahnbürste
bekommen. Sie hat
einen sehr kleinen Bürstenkopf mit extra abgerundeten weichen
Schonborsten und einen
rutschfesten Griff. Durch seine Länge
bietet er genug Platz für die Kinderfaust
und die unterstützende Elternhand.
Jetzt beginnt das Putztraining morgens
und abends: Nach der KAI-Methode
werden zuerst die Kauflächen, dann
die Außenseiten und zuletzt die Innenseiten
der Zähne von rot nach weiß kreisend
gebürstet. Bis der Nachwuchs in
die Schule kommt, sollten die Großen
besser immer gründlich nachputzen.
Weg mit der Nuckelflasche
Für die Gesundheit der Milchzähne
spielt auch die richtige Ernährung eine
bedeutende Rolle. Ständiges Nuckeln
an der Trinkflasche, oft auch in der
Nacht und weit über das erste Lebensjahr
hinaus, ist der größte Feind der Milchzähne. Denn dabei werden die
Zähne ständig mit Flüssigkeit umspült,
was selbst der härteste Zahn auf Dauer
krumm nimmt. Besonders dramatisch
wird es, wenn auch noch zuckerhaltige
Durstlöscher in der Flasche stecken.
Vor allem die oberen Frontzähne werden
durchs Dauernuckeln nachhaltig
geschädigt.
Experten raten, dem Baby sein Fläschchen
und auch die Mutterbrust ausschließlich
zur Nahrungsaufnahme zu
geben – und nicht etwa zwischendurch
zur Beruhigung oder Ablenkung. Nach
dem ersten Lebensjahr sollte der Nachwuchs
zügig an den Umgang mit Becher
und Löffel gewöhnt werden. Der
Gebrauch der Trinkflasche sollte dann
endgültig der Vergangenheit angehören.
