Ärzte kritisieren Rabattverträge
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung
(KBV) hat eine deutlichere Angabe der
Wirkstoffe auf Arzneimittelpackungen gefordert.
Wegen der Rabattverträge erhielten Patienten
in der Apotheke oftmals ein neues und
somit unbekanntes Medikament. Die zwischen
den Herstellern variierenden Produktnamen
könnten insbesondere ältere Menschen verunsichern,
heißt es in einer KBV-Stellungnahme.
„Es ist für den niedergelassenen Arzt fast unmöglich geworden, einen verbindlichen Einnahmezettel für den Patienten zu erstellen“, so der KBV-Vorsitzende Dr. Carl-Heinz Müller. Die Ärzte fordern deshalb, die Wirkstoffnamen „groß und gut lesbar auf jeder Packung anzugeben“.
Die KBV reagierte damit auf den „Bericht zur Lage der älteren Generationen in Deutschland“ (Altenbericht) der Bundesregierung. Darin hatten Experten den Ärzten Defizite in der Arzneimitteltherapie vorgeworfen. Die Kenntnisse älterer Patienten über Wechsel- und Nebenwirkungen sei oft unzureichend, heißt es in dem Bericht. Zudem würden jüngere Patienten in der Behandlung oft bevorzugt.
Der Altenbericht ist eine umfassende Beurteilung gesellschaftlicher Entwicklungen aus der Sicht älterer Menschen und wird in jeder Legislaturperiode einmalig erstellt. Dazu beauftragt die Regierung eine unabhängige Expertenkommission.
APOTHEKE ADHOC, Donnerstag, 16. Dezember 2010
