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Radioaktivität


Im Wald unterwegs


Schon bald kommt wieder die Zeit der langen Herbstspaziergänge, die oft dazu genutzt werden, Pilze und Beeren zu sammeln. Und oft stellt man sich dann die Frage, wie ist eigentlich der aktu-elle Stand bei der radioaktiven Belastung von Pilzen, Waldbeeren und Wildtieren.


Grundsätzlich ist die radioaktive Belastung von einigen Wildpilzarten, Wildbeeren und Wild, die durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 steil angestiegen ist, in bestimmten Gegen-den Deutschlands immer noch ein Thema. Allerdings besteht beim Verzehr der üblichen Mengen keine akute Gesundheitsgefahr. Wer aber sein persönliches Risiko möglichst gering halten möch-te, sollte auf den Verzehr belasteter Pilze und von belastetem Wildtierfleisch aus diesen Gegen-den verzichten. Betroffene hochbelastete Gebiete in Deutschland sind der Bayrische Wald und Südbayern. Hier war die Wetterlage Schuld daran, dass große Mengen radioaktiver Partikel her-unterregneten. Dort werden besonders in Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen aber auch in Steinpilzen und Pfifferlingen noch hohe radioaktive Werte gemessen. Dabei hängt die Belastung von der radioaktiven Belastung der Umgebung des Pilzgeflechtes ab, als auch davon, wie gut der Pilz die radioaktiven Isotope anreichern kann. Das Fleisch von Wildtieren ist je nach Region und Tierart sehr unterschiedlich belastet. Die Unterschiede kommen durch verschiedene Fressgewohnheiten zustande. Wildschweinfleisch ist zum Bespiel besonders hoch kontaminiert, da sich Wildschweine gerne von unterirdisch wachsenden Trüffeln und anderem Trüffeln ernäh-ren. Das die Lebensmittel aus dem Wald stärker betroffen sind als die von landwirtschaftlich ge-nutzten Flächen liegt an der unterschiedlichen Beschaffenheit der Böden. Denn bei bewirtschaf-teten Ackerböden werden die radioaktiven Isotope regelmäßig untergemischt und gelangen so in tiefere Schichten.


Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob Pilze aus Deutschland weniger stark belastet sind als Pilze aus Osteuropa. Leider kann man das pauschal so nicht sagen. Es werden immer wieder Pilze importiert, die stark radioaktiv belastet sind. Obwohl auch diese Pilze die gesetzlichen Grenzwerte einhalten müssen, können durchaus belastete Produkte im Handel sein, das eine 100%ige Kontrolle aller eingeführten Lebensmittel durch die staatlichen Überwachungsbehörden leider nicht möglich ist.


Grundsätzlich kann man festhalten, dass norddeutsche Wildpilze und Wildfleisch nicht so stark belastet sind wie süddeutsche, dass bestimmte Pilzarten und Wildtiere weniger kontaminiert sind als andere und dass bei normalen Verzehrmengen keine Gesundheitsgefahr besteht.

 

von Hendrik Müller