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Was die Hormone mit Verstopfung zu tun haben


Frauengesundheit

Die ordnungsgemäße Einnahme von Abführmitteln führt nicht zu einem Mangel an wichtigen Mineralstoffen und auch nicht zur Gewöhnung!
Ihr Apotheker

Michael Resch

Der Darm ist träge, der Unterbauch aufgebläht und der Stuhlgang macht Probleme – Verstopfung ist ein leidiges Problem. Bei Frauen können auch die Hormone Schuld sein.

Ein wenig ungerecht ist es schon: Im Vergleich zu Männern sind Frauen zwei- bis dreimal so häufig von unregelmäßiger Verdauung, Darmträgheit und Verstopfung betroffen. Auffällig ist, dass Frauen
vermehrt in Phasen hormoneller Veränderungen wie Menstruation, Schwangerschaft und Wechseljahren über Verdauungsbeschwerden berichten. Nicht nur die beiden Geschlechtshormone
Östrogen und Progesteron spielen dabei eine Rolle, sondern auch das Serotonin, vielen als Glückshormon bekannt. Denn Progesteron und Östrogen beeinflussen die Verdauung nicht direkt, sondern indirekt über diesen Botenstoff. Vor allem die Bewegung des Darms wird durch das Serotonin gesteuert. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass bei Frauen ein Zusammenhang zwischen Darmfunktion und Hormonen besteht.

Zweite Zyklushälfte:

In der zweiten Zyklushälfte steigt der Spiegel des Gelbkörperhormons Progesteron im Blut.
Der weibliche Körper ist auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet und das Progesteron verhindert, dass die Gebärmutter durch zu starke Kontraktionen die Einnistung einer Eizelle gefährdet. Diese hormonellen Verschiebungen können die Verdauung beeinflussen.
Der hohe Progesteronspiegel kann auf den Magen-Darm-Bereich eine beruhigende Wirkung ausüben und zu Darmträgheit führen.

Schwangerschaft:

Wenn sich im Verlauf einer Schwangerschaft die Gebärmutter vergrößert, steigt der Progesterongehalt im Blut. Aufgabe des Progesterons ist es, die Gebärmutter ruhig zu stellen, um zu verhindern, dass verfrühte Wehen ausgelöst werden. Diese muskuläre Ruhigstellung kann sich auch auf die dahinter liegende Darmmuskulatur auswirken und die Darmbewegungen verlangsamen, was eine Verstopfung nach sich ziehen kann.

Wechseljahre:

Für den weiblichen Körper sind die Wechseljahre mit erheblichen hormonellen Umstellungen
verbunden. Die körpereigene Östrogenproduktion nimmt ab und das fein abgestimmte Zusammenspiel der Hormone gerät aus dem Gleichgewicht. Jede Frau erlebt diese Phase anders.
Neben Symptomen wie Hitzewallungen, leichter Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen wird verstärkt auch von Verstopfung berichtet. Auch hier hängt die verlangsamte Arbeit des Verdauungssystems offenbar mit den Hormonen zusammen. Die Abnahme des Östrogenspiegels vermindert die Signalvermittlung des Serotonins an den Rezeptoren, wodurch die Darmbewegung
abnimmt. Zusätzlich können Hormonersatzpräparate je nach Hormonverteilung Einfluss auf den Darm und die Gallenfunktion nehmen.

Hilfe aus der Apotheke

Abführmittel beeinflussen das Verdauungssystem auf unterschiedliche Weise und wirken zudem unterschiedlich schnell – am besten lassen Sie sich vor dem Kauf in Ihrer Apotheke beraten.
Wer dauerhaft Probleme mit der Verdauung hat, sollte seinen Arzt aufsuchen. Schwangere müssen in jedem Fall mit dem Frauenarzt sprechen, bevor sie ein Abführmittel nehmen.

  • Pflanzliche Ballaststoffe aus Flohsamen quellen im Darm auf und machen den Darminhalt voluminöser. Ihre Schleimstoffe machen den Darminhalt geschmeidiger.
  • Osmotisch wirkende Mittel wie Laktulose ziehen Wassermoleküle in den Darm und binden sie.
  • Präparate mit dem Wirkstoff Macrogol sind ebenfalls osmotisch wirksam. Als Trinklösung eingenommen, binden Macrogole das getrunkene Wasser und transportieren es zum Dickdarm,
    wo der verhärtete Stuhl aufgeweicht wird.
  • Tabletten und Tropfen mit synthetischen Wirkstoffen wie Natriumpicosulfat und Bisacodyl beschleunigen die Darmbewegungen.
  • Die Inhaltsstoffe pflanzlicher Abführtees und -tabletten mit Sennesblättern oder Sennesfrüchten
    entfalten ihre Wirkung direkt im Dickdarm.
  • Abführzäpfchen, die beispielsweise die Wirkstoffe Natriumpicosulfat, Bisacodyl oder Glycerol enthalten, wirken direkt im Enddarm. Andere Zäpfchen setzen im Enddarm Mikrobläschen
    aus Kohlendioxid frei und lösen so den Stuhlreflex aus.