Gefahr im Busch!
Zecken lauern überall
Wenn das Thermometer über 10
Grad Celsius steigt, werden Zecken
wieder richtig aktiv. Dann lauern
die bluthungrigen Parasiten bis zu einer
Höhe von 1,5 Metern überall in Büschen
und Gräsern geduldig auf den nächsten
Wirt – und das darf auch gern ein Mensch
sein. Mit nur einem winzigen Stich, der
von dem Opfer anfangs manchmal gar
nicht bemerkt wird, können sie gleich
zwei gefürchtete Krankheiten übertragen:
die Borreliose und die Früh-Sommer-
Meningo-Enzephalitis (FSME). Beide
Erkrankungen brechen oft erst nach
Tagen oder Wochen aus. Haben die
Betroffenen den Zeckenstich inzwischen
vergessen, stehen die Ärzte nicht selten
vor einem Rätsel.
Nicht jede Zecke ist jedoch mit Krankheitserregern
befallen, und auch nicht
jeder Stich einer befallenen Zecke führt
zu einem Krankheitsausbruch. Wie viele
der Zecken infi ziert sind, ist regional
unterschiedlich.
Borreliose
Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es derzeit noch nicht.
Auslöser der Borreliose sind Bakterien
aus dem Darm der Zecken. Sie gelangen
erst etwa 12 bis 24 Stunden nach
Beginn des Blutsaugens in die Wunde.
Eine frühzeitige Entfernung der Zecke
kann daher eine Infektion verhindern.
Typisches Anzeichen der Erkrankung
ist meist eine schmerzlose, runde Rötung
an der Stichstelle, die aber erst
nach Tagen oder gar Wochen auftreten
kann. Diese so genannte „Wanderröte“
ist immer ein Alarmzeichen für den jetzt
dringend erforderlichen Arztbesuch.
Mit der rechtzeitigen Anwendung von
Antibiotika bekommt man die Borreliose
meist wieder unter Kontrolle. Bleibt sie
unbehandelt, kann sie zu schwerwiegenden
Spätschäden wie Kopf- und Nervenschmerzen oder chronischen
Gelenk- und Herzmuskelentzündungen
führen.
FSME - Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis
Im Gegensatz zur Borreliose kann man sich gegen FSME jedoch mit einer vorbeugenden
Impfung schützen.
Während die Borreliose in ganz Deutschland
verbreitet ist, kommt die FSME, an
der jährlich bei uns etwa 300 Menschen
erkranken, vor allem südlich des Mains
vor. Die krankmachenden Viren sitzen
im Speichel der Tiere und gelangen
mit dem Einstich direkt ins Blut. Nach
4 bis 14 Tagen kommt es dann oft zu
grippeähnlichen Symptomen wie Fieber,
Kopf- und Gliederschmerzen. Bei einigen
der Betroffenen bricht nach einer kurzen „Pause“ die zweite Phase der FSME aus:
Die Viren befallen das zentrale Nervensystem
und lösen eine Hirnhautentzündung
aus; schließlich können sie auch
den Hirnstamm und das Rückenmark in
Mitleidenschaft ziehen. Auch bei einer
Intensivbehandlung in der Klinik bleiben
dann meist gravierende Spätschäden
wie z.B. Lähmungen zurück. Bei etwa 1
Prozent der Patienten endet die Krankheit
tödlich.
Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?
Empfohlen wird die Impfung allen Personen, die in Risikogebieten leben oder sich dort auch nur vorübergehend aufhalten. 90 Prozent aller Infektionen treten nach Freizeitaktivitäten wie z.B. Zelten, Wandern, Reiten, Angeln oder auch bei der Gartenarbeit auf.
Wie wird geimpft?
Für eine komplette Impfung sind 3 Injektionen erforderlich. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von 1 bis 3 Monaten. Danach hat man einen guten Schutz für die Saison. Nach 9 bis 12 Monaten schließt eine 3. Impfung die so genannte Grund im munisierung ab, die für mindestens 3 Jahre einen wirksamen Schutz gewährt. Nach 3 Jahren wird dieser mit nur 1 Impfung aufgefrischt.
Können Impfreaktionen auftreten?
Typische Reaktionen können leichte Rötungen und Schwellungen um die Injektionsstelle oder eine leicht erhöhte Temperatur sein. Sie klingen nach wenigen Tagen wieder ab.
Weitere Informationen und Übersichtskarten
der Verbreitungsgebiete des
FSME-Virus in Deutschland und in
Europa u.a. unter
www.zecken.info
www.zecken.de
Informationen: Baxter Deutschland GmbH
